Ärzte verordnen Kindern weniger Antibiotika

KKH-Auswertung: Anzahl der Rezepte für Säuglinge um 51 Prozent gesunken

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Ärzte verschreiben Kindern immer weniger Antibiotika. Das ergab jetzt eine Auswertung der Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Demnach wurden im Jahr 2016 bundesweit 425 Antibiotika-Rezepte pro 1000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahre ausgestellt – 33 Prozent weniger als noch 2008. Bei den unter Einjährigen verzeichnet die KKH im selben Zeitraum sogar einen Rückgang um 51 Prozent: 2016 vergaben Mediziner demnach nur noch 95 Antibiotika-Rezepte pro 1000 Säuglingen.

„Es ist sehr positiv, dass Antibiotika bei Kindern zunehmend sorgsamer eingesetzt werden“, sagt Sven Seißelberg, Apotheker bei der KKH. „Denn besonders bei Säuglingen kann eine häufige Einnahme schlimme Folgen für die Gesundheit haben.“ Dazu zählen vor allem ein erhöhtes Risiko für chronisch entzündliche Darmerkrankungen sowie für Asthma und Übergewicht.

Laut Forschern leiden etwa Babys, die während der Stillzeit ein Antibiotikum bekommen, häufiger unter Infektionen und sind in der Folge öfter auf weitere Antibiotika angewiesen. Experten nennen als Grund die schädliche Wirkung der Medikamente auf die Darmflora: Sie reduzieren die Darmbakterien nicht nur zahlenmäßig, sondern sorgen auch für eine geringere Vielfalt. Auch wenn stillende Mütter ein Antibiotikum bekommen, kann das dem Baby schaden, da es die Inhaltsstoffe über die Muttermilch aufnimmt. Sven Seißelberg: „Wenn Antibiotika nötig sind, sollten sie möglichst zielgerichtet eingesetzt und keine Breitspektrum-Medikamente verschrieben werden.“

Pressemitteilung KKH Kaufmännische Krankenkasse