Bevölkerung befürwortet Homöopathie im Medizinstudium

Laut einer repräsentativen Umfrage wünschen sich mehr als drei Viertel der Befragten öffentlich geförderte Forschung im Bereich Homöopathie und die Integration der Methode in das Medizinstudium.

© Lothar Drechsel - Fotolia


Die Homoöopathie ist eine weitverbreitete und beliebte Therapiemethode, die von etwa der Hälfte der deutschen Bevölkerung bereits genutzt wurde. Über 80 % der Anwender gaben im Rahmen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung an, dass sich Allgemeinbefinden, seelische Verfassung und körperliche Beschwerden durch eine homöopathische Behandlung verbessert hätten. Eine zusammenfassende Betrachtung der Daten aus der Versorgungsforschung zur Homöopathie stützt diese subjektive Einschätzung: Eine Vielzahl an internationalen klinischen Studien zu unterschiedlichen Erkrankungen dokumentiert klinisch relevante Verbesserungen und eine gesteigerte Lebensqualität für Patienten, die sich homöopathisch behandeln lassen. Diverse Untersuchungen dokumentieren zusätzlich signifikante Einsparungen konventioneller Arzneimittel unter homöopathischer Behandlung, zum Beispiel 50 % weniger Antibiotika bei Infektionen der oberen Atemwege bei gleich gutem Krankheitsverlauf. Als Konsequenz dieser positiven Erfahrungen, gaben bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage 85 % der Befragten an, dass Universitäten auch im Bereich der Homöopathie forschen sollten und 78 % sprachen sich für eine Aufnahme der Homöopathie in den Lehrplan der Medizinstudenten aus.

Homöopathie ist laut aktueller Fassung der Approbationsordnung für Ärzte bereits ein mögliches Wahlpflichtfach im vorklinischen und klinischen Abschnitt des Medizinstudiums. Tatsächlich bieten aber nur ca. 10 Fakultäten bundesweit eine solche Studienmöglichkeit an und von den über 4.000 Professuren auf den Gebieten Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften in Deutschland ist keine der Homöopathie gewidmet. Wissenschaftliche Studien in diesem Bereich werden von der öffentlichen Hand nicht gefördert. Eine Finanzierung von Forschungsprojekten durch die Pharmaindustrie findet im homöopathischen Sektor ebenfalls nicht in nennenswertem Umfang statt. Mediziner und Naturwissenschaftler, die dem Forschungsauftrag der Bevölkerung entsprechend tätig werden wollen, sind somit auf private Drittmittelgeber angewiesen.

Dr. Jens Behnke; Carstens Stiftung