Die ersten Kraniche kommen zurück

Rückflug aus der Champagne über Eifel und Ruhrgebiet Der Massenaufbruch aus den Winterquartieren steht zwar noch aus. Doch die ersten Vögel kehren nun aber bereits zurück. Über der Eifel wurden am Donnerstag mehrere hundert Kraniche mit Flugrichtung Nordost beobachtet. Weiter ging es über das Ruhrgebiet, teils über das Siegerland und entlang der Lahn.

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Kraniche sind flexibel. Als große Vögel frieren sie nicht so leicht und kommen Frost und Schnee ganz heftig, können sie leicht innerhalb von ein bis zwei Tagen in mildere Gegenden ausweichen. Solche Ausweichbewegungen in die eine oder in die andere Richtung lassen sich daher im Winter öfter beobachten. Nun kehren aber offensichtlich die ersten Vögel mit „ernsthaften Absichten“ wieder aus den Winterquartieren zurück. Über der Eifel wurden am Donnerstag mehrere hundert Kraniche mit Flugrichtung Nordost beobachtet. Weiter ging es teils über das Ruhrgebiet, teils über das Siegerland und in geringem Umfang entlang der Lahn.

Der Massenaufbruch aus den Winterquartieren hat zwar noch nicht stattgefunden. In der spanischen Extremadura wurden vor einer Woche noch 130.000 Kraniche gezählt – und damit genauso viele wie an Weihnachten. Weitere 100.000 Kraniche überwintern in verschiedenen Regionen Frankreichs. Immerhin sind die Rastbestände am Lac du Der Chantecoq in der Champagne binnen Wochenfrist bereits von 20.000 auf 34.000 Vögel gestiegen. Von dort ist es nicht mehr weit bis Deutschland und von dort sind sicher auch die jetzt bei uns zu beobachtenden Kraniche gestartet.

Aus Spanien und Frankreich kommend, überqueren die Vögel auf ihrer Reise in die Brutreviere Deutschland. Überflogen wird ein rund 150 Kilometer breiter Korridor, ausgehend vom Zwischenstopp in der Champagne über Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bis nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Nur ein kleiner Teil der Kraniche brütet in Deutschland, die meisten ziehen nach kurzen Zwischenstopps weiter nach Skandinavien. Seinen Höhepunkt erreicht der Frühjahrszug der Kraniche in Normaljahren in der zweiten Märzhälfte. Im Vergleich zum Herbstzug ist der Frühjahrszug schwierig vorherzusehen und er verläuft viel stärker verstreut. Beim Frühlingszug gibt es keine großen, einheitlichen Rastgebiete. Große Ansammlungen an den deutschen Rastplätzen sind eher die Ausnahme. Die skandinavischen Vögel ziehen rasch weiter, die hiesigen Brutvögel beginnen direkt mit der Balz und fliegen ihre Reviere an.

Quelle: Pressemitteilung des NABU vom 03. Februar 2017