Grippewelle: Junge Erwachsene nehmen oft Antibiotika

DAK-Umfrage zeigt unkritischen Einsatz bei viralen Infekten

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Fast jeder zweite junge Erwachsene hat im vergangenen Jahr Antibiotika verschrieben bekommen. Viele dieser Verordnungen waren fragwürdig: Jeder Fünfte hatte eine Erkältung, bei der in der Regel kein Antibiotikum nötig ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit, für die das Forsa-Institut mehr als 3.000 Menschen in Deutschland befragt hat.

Während der Grippe- und Erkältungszeit wird der unkritische Umgang mit Antibiotika besonders deutlich: 72% der Befragten erwarten eine Verordnung, wenn ihre Erkältungsbeschwerden nicht von selbst besser werden. Vor allem die jungen Erwachsenen setzen auf diese Wirkstoffe, bei den Menschen ab 60 Jahren sind es nur 67%. „Diese Erwartungshaltung ist problematisch, vor allem, wenn sie sich auf das Verordnungsverhalten der Ärzte auswirkt“, kommentiert Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Antibiotika sind lebensrettende Medikamente, die wir dringend benötigen. Werden sie unkritisch eingenommen, verschärft sich das Risiko der Resistenzbildung. Deshalb brauchen wir einen Bewusstseinswandel in Deutschland.“

Über die Einsatzgebiete der Wirkstoffe sind viele Deutsche nicht ausreichend informiert: 31% der Befragten denken, Antibiotika würden bei Virusinfekten wirken, 19% erhoffen sich Hilfe bei Pilzinfektionen. Dabei dienen die Medikamente nur der Behandlung bakterieller Infektionen – bei Erkältungen oder Bronchitis beispielsweise sind sie in den meisten Fällen unnötig. Rückgängig ist die Tendenz, sich mit Antibiotika wieder fit machen zu wollen für den Job: 2014 wünschte sich noch jeder Vierte ein Rezept, um schnell wieder auf die Beine zu kommen, 2017 nur noch jeder Sechste (16%). Von den über 60-Jährigen hat im vergangenen Jahr nur etwa jeder Dritte (35%) Antibiotika verordnet bekommen, bei den jüngeren knapp jeder Zweite (48%).

Pressemitteilung KKH Kaufmännische Krankenkasse