Tinnitus: Geräusche mit Geräuschen behandeln?

„Ob ein Tinnitus stört oder nicht, entscheidet sich nicht im Ohr, sondern im Kopf“, meint Tinnitus-Experte und HNO-Arzt Dr. Uso Walter. Moderne Therapien wie die Noiser-Therapie oder das Notched-Noise-Verfahren setzten dort an und versuchen mit Geräuschen, den Tinnitus im Kopf zu überlagern. Eine neue Studie vom IMC-Institut in Kooperation mit der Hochschule Fresenius soll nun klären, wie gut diese Behandlungen wirken. Dazu werden Studienteilnehmer mit tonalem Tinnitus gesucht.

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Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der beiden akustischen Therapien existieren bereits und sollen mit der Studie untermauert werden. Teilnehmer erhalten eine Audio-Datei mit Geräuschen, die entweder der Noiser-Therapie oder der frequenzspezifische Notched-Noise-Therapie entsprechen. Die Datei muss täglich ein bis zwei Stunden gehört werden, wobei dabei auch andere Dinge erledigt werden können. Der Erfolg wird mittels Fragebögen überprüft. Beide Therapien sind nebenwirkungsfrei und für Teilnehmer kostenfrei.

„Betroffene mit chronischem Tinnitus sind in Deutschland immer noch schlecht oder gar nicht versorgt“, erklärt Studieninitiator Dr. Uso Walter, der mit dem HNOnet-NRW und der Deutschen Tinnitusliga bereits viele Projekte zur Verbesserung der Behandlungen beim Tinnitus vorangetrieben hat. „Im Rahmen einer individuellen, aus verschiedenen Bausteinen bestehenden Behandlung, lässt sich aber auch ein chronischer Tinnitus effektiv behandeln.“ Damit dies in Zukunft noch zielgerichteter geschehen kann, ist es wichtig, die Wirksamkeit der einzelnen Methoden wissenschaftlich zweifelsfrei nachzuweisen.

 

Informationen für Teilnehmer: www.imc-panel.de