Wer abends lange vor dem Bildschirm sitzt, schläft schlechter

Egal ob Computer, Smartphone, Playstation oder Fernseher: Wer noch bis zur Schlafenszeit vor einem Bildschirm sitzt, schläft weniger und ist insgesamt weniger zufrieden mit seinem Schlaf. Das belegt eine Studie auf Basis der Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren leiden den Ergebnissen zufolge unter Schlafmangel.

Schlafmangel © toa555 - Fotolia


Um herauszufinden, wie sich ein DSL-Zugang und die damit verbundene steigende Zeit, die wir mit digitalen Medien verbringen, auf den Schlaf auswirkt, analysierten die Forscher Angaben von mehr als 24.000 Menschen, die zwischen 2008 und 2012 im Rahmen der Langzeitstudie SOEP befragt wurden. Es zeigte sich: DSL-Nutzer schlafen im Durchschnitt 25 Minuten pro Nacht weniger als Menschen ohne DSL-Anschluss. Und sie empfinden ihren Schlaf signifikant häufiger als unzureichend und weniger zufriedenstellend als andere.

Besonders der Schlaf jüngerer Menschen unter 30 Jahren, die einen DSL-Anschluss nutzen, ist gefährdet", sagt Studienautor Ökonom Luca Stella von der Bocconi-Universität in Mailand, einer der Autoren. Im Durchschnitt würden sie 70 Minuten weniger als Gleichaltrige ohne DSL-Zugang schlafen. "Außerdem steigt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, dass sie an Schlafmangel zu leiden, um etwa 40 Prozent", sagt Luca Stella. DSL-Nutzer zwischen 30 und 59 Jahren rauben vor allem PC und Smartphone den Schlaf. Wenn sie diese Geräte vor dem Schlafengehen eine halbe Stunde lang nutzen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie höchstens 6 Stunden Schlaf abbekommen.

Für eine Bevölkerungsgruppe liefert die Studie gute Nachrichten: Der Schlaf von Menschen, die morgens nicht früh aufstehen müssen, wird durch die Mediennutzung zu später Stunde nicht beeinträchtigt. Sie können den fehlenden Schlaf vom Vorabend durch Ausschlafen am nächsten Morgen ausgleichen.

 

Quelle: DIW/NK