Betreuung kranker Kinder immer häufiger Männersache

Kinderkrankengeld: Anteil der Väter in Bayern so hoch wie nie

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Die Betreuung kranker Kinder ist in Bayern zunehmend auch Männersache: 2017 war der Anteil der Väter, die Kinderkrankengeld beantragten, so hoch wie noch nie. Das ergab jetzt eine Auswertung der Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Demnach waren es im vergangenen Jahr zu 17 % die Männer, die sich tageweise unentgeltlich freinahmen, um ein erkranktes Kind zu betreuen. 2015 betrug der Anteil noch 15 %, 2007 lediglich 10 %. „Auch wenn die Versorgung kranker Kinder in Bayern zu 83 % immer noch Frauensache ist, zeigt diese Entwicklung, dass sich das Rollenverständnis zunehmend wandelt“, sagt Eugen Rebhan vom KKH-Serviceteam in Coburg.

Im bundesweiten Vergleich bilden Bayerns und Nordrhein-Westfalens Väter allerdings das Schlusslicht bei der Beantragung von Kinderkrankengeld. Spitzenreiter 2017 waren laut KKH-Auswertung die Männer im Osten mit einem 24-%-Anteil in Thüringen, dicht gefolgt von Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit je 22 %. Eugen Rebhan nennt als möglichen Grund dafür, dass es in Thüringen offenbar immer mehr moderne, familienfreundliche Unternehmen gibt, in denen sich auch die Väter im Krankheitsfall ihres Kindes unbesorgt frei nehmen können. „Den Männern in Bayern und Nordrhein-Westfalen fällt es dagegen offenbar schwerer, sich im Job krank zu melden“, sagt Rebhan.

Wenn ein Kind erkrankt, können sich berufstätige Mütter und Väter jeweils bis zu zehn Tage unentgeltlich von der Arbeit befreien lassen. Dafür erhalten sie von den gesetzlichen Krankenkassen Kinderkrankengeld, sofern das Kind unter zwölf Jahre alt ist und der Arzt eine Erkrankung sowie die notwendige Betreuung bescheinigt. Im Jahr 2017 beantragten bei der KKH in Bayern rund 11.740 Eltern Kinderkrankengeld, darunter rund 1.940 Väter.

KKH Kaufmännische Krankenkasse