Die Millionen Opfer der Olivenernte

Durch eine spezielle Erntetechnik soll das Aroma der Oliven bewahrt werden – auf Kosten der überwinternden Vögel, die von den Erntemaschinen getötet werden.

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Dieser Art der Olivenernte, bei der Erntemaschinen durch die Olivenhaine fahren, die Früchte von den Zweigen schütteln und aufsaugen, fallen Millionen Singvögel zum Opfer, auch geschützte Arten.  Die Vögel werden dabei durch die hellen Lichter und lauten Geräusche der Maschinen verwirrt und paralysiert, sodass sie zusammen mit den Oliven eingesaugt werden. Die Maschinen arbeiten meist nachts, sodass die kältere Temperatur das Aroma der Früchte schützt – doch genau dann ruhen viele Vögel in den Büschen und suchen im Laub Schutz vor Räubern. Der Zeitpunkt der Ernte ist laut Wissenschaftlern das Hauptproblem: Tagsüber wären diese Maschinen nicht annähernd so gefährlich für die Vögel, die ihnen dann leicht entfliehen könnten. Die Lösung des Problems ist also eigentlich sehr einfach, was das Ganze nur noch grausamer erscheinen lässt.

In Spanien verenden so jährlich rund 2,6 Millionen Vögel, in Portugal 100 000. Am stärksten betroffen sind Vögel wie Rotkehlchen, Goldfinken, Grünfinken, Grasmücken und Bachstelzen. Die Saugernte stellt auch laut Studien eine ernste Gefahr für die Tiere dar: Eine Untersuchung des spanischen Instituts für Naturschutz und Wälder ergab, dass pro Hektar Olivenplantage 6,4 Vögel sterben. Diese Erntetechnik wird in Spanien, Portugal, Italien und Frankreich angewandt. Allein in Andalusien, Spanien, wurde die Saugernte reguliert, um dem Vogelsterben entgegenzuwirken – doch das entsprechende Gesetz muss noch beschlossen werden. Eine Petition auf change.org will für das Ende dieser tödlichen Art der Olivenernte sorgen. Mehr als 1300 Menschen haben bereits dafür unterschrieben, Olivenölhersteller dazu zu bringen, die Saugernte durch eine naturschonendere Variante zu ersetzen.

Weitere Informationen unter www.change.org