Flecken im Gesicht

Rosazea könnte die Ursache sein

© Milan Lipowski - Fotolia


Rote Flecken, sichtbare Äderchen und Pusteln im Gesicht: Dies sind typische Anzeichen für Rosazea (auch „Kupferrose“) – einer häufigen Entzündung der Gesichtshaut, die meist in Schüben auftritt. Vielen Menschen ist allerdings gar nicht bewusst, dass ihre fleckig gerötete Gesichtshaut durch eine behandelbare Erkrankung verursacht wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Entzündung zu lindern und Schüben vorzubeugen.

Rosazea ist eine chronische, nicht ansteckende Entzündung der Gesichtshaut. Sie kann unterschiedlich ausgeprägt sein und Wangen, Kinn, Stirn und Nase betreffen. Je nach Symptomen unterscheidet man vier verschiedene Typen:

     

Typ 1: Die Gesichtshaut ist gerötet, manchmal werden Äderchen sichtbar.

     

Typ 2: Zusätzlich zur Hautrötung bilden sich Hautknötchen (Papeln) und Pusteln.

     

Typ 3: Die Haut ist verdickt und es entstehen entzündliche Knötchen, vor allem auf der Nase.

     

Typ 4: Die Rosazea führt zu Entzündungen an den Augen und Augenlidern, manchmal auch ohne auffällige Hauterscheinungen.

     

Die Haut kann auch trockener werden, etwas anschwellen und sich leicht abschälen, brennen oder jucken. Sie ist empfindlicher und leichter reizbar als gesunde Haut. Die Erkrankung kann sich sehr unterschiedlich zeigen und es gibt viele Mischformen. Manchmal entzünden sich auch Nacken, Brust oder Kopfhaut.

Eine Rosazea entwickelt sich meist erst nach dem 30. Lebensjahr. In Deutschland sind etwa 2-5 % aller Erwachsenen betroffen. Bei Frauen sowie Menschen mit heller Haut ist sie häufiger. Die meisten Menschen haben eine Rosazea Typ 1.

Bei einer Rosazea mit Augenbeteiligung können die Augen gerötet sein, jucken und tränen. Zudem können sie lichtempfindlicher werden. Wenn die Talgdrüsen an den Augenlidern verstopft sind, können die Augen austrocknen. Entzündungen der Bindehaut, des Lidrands und der Hornhaut sind ebenfalls möglich und können schmerzhaft sein. Manchmal fühlt es sich an, als wäre ein Fremdkörper im Auge.

Oft finden Betroffene mit der Zeit heraus, dass es bestimmte Auslöser für Schübe gibt. Ein Rosazea-Tagebuch kann helfen, möglichen Auslösern auf die Spur zu kommen. Wer sie kennt, hat die Möglichkeit, zumindest einige davon zu vermeiden. Typische Auslöser sind zum Beispiel:

  • Alkohol
  • heiße Getränke
  • Kosmetika oder hautreizende Seifen
  • Hautverletzungen
  • bestimmte Medikamente wie gefäßerweiternde Mittel
  • scharfe Gewürze und Speisen
  • Sonnenlicht
  • extreme Temperaturen

Bei leichten Symptomen kann es ausreichen, auf eine gute Hautpflege zu achten. Es wird empfohlen, auf einen ausreichenden Sonnenschutz  zu achten, seifenfreie Reinigungsprodukte mit einem niedrigen pH-Wert zu verwenden und Reizstoffe zu vermeiden. Stärkere Hautveränderungen werden meist mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut behandelt. Häufig werden Cremes, Gels oder Lotionen mit den Wirkstoffen Azelainsäure, Brimonidin, Ivermectin oder dem Antibiotikum Metronidazol eingesetzt. Welche Mittel infrage kommen, hängt vom Typ der Rosazea ab. Bei starken Beschwerden oder wenn äußerliche Behandlungen nicht helfen, kann das entzündungshemmende Antibiotikum Doxycyclin als Tablette eingenommen werden.

gi gesundheitsinformation.de

Augustin M, Herberger K, Hintzen S, Heigel H, Franzke N, Schäfer I. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90 880 workers. Br J Dermatol 2011; 165(4): 865-873.

National Rosacea Society (USA). Patients’ perspectives: living with rosacea. Dermatol Nurs 2007; 19: 105-110.

Rebora A. Papulopustular rosacea. In: Williams H, Bigby M, Diepgen T, Herxheimer A, Naldi L, Rzany B (Ed). Evidence-based Dermatology. London: Blackwell Publishing; 2008. S. 105-110.

Van Zuuren EJ, Fedorowicz Z, Carter B, van der Linden MM, Charland L. Interventions for rosacea. Cochrane Database Syst Rev 2015; (4): CD003262.