Gartentherapie lässt Demenzpatienten aufblühen

Die Integration von Therapiegärten in die Pflege demenzkranker Menschen trägt durchaus Früchte, wie eine wachsende Anzahl von Studien zeigt

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Eine weitere, immer mehr an Bedeutung gewinnende Maßnahme zur Steigerung der Lebensqualität von Demenzpatienten ohne den Einsatz von Medikamenten ist die Gartentherapie, in Fachkreisen auch als hortikulturelle Therapie bezeichnet. Untersuchungen haben ergeben, dass 50 % aller Menschen mit Demenz die Räumlichkeiten des Pflegeheims nie und weitere 25 % selten verlassen. Aufenthalte unter freiem Himmel sind meist auf kurze Spaziergänge oder sitzende Inaktivität beschränkt.

Gartentherapie als naturgestützte Maßnahme im Sinne des sog. Green-Care-Konzepts beinhaltet jedoch ein weitaus vielfältigeres Spektrum an Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens demenzkranker Menschen. Zur Durchführung der Gartentherapie werden sowohl ein geeigneter, speziell auf die Bedürfnisse demenzkranker und gebrechlicher Patienten konzipierter Therapiegarten sowie qualifiziertes Fachpersonal, vorzugsweise Aktivierungs-, Ergo- oder Physiotherapeuten mit botanischem und gärtnerischem Wissen vorausgesetzt. Patienten, die in ihrem früheren Leben oft im Garten gearbeitet haben oder viel Zeit in der Natur verbracht haben, fühlen sich zumeist erinnert – sowohl an einzelne Arbeitsabläufe im Rahmen der Gartenarbeit, als auch an das Aussehen, den Namen und die Eigenschaften, den Duft, und bei Früchten und Gemüse auch den Geschmack, einzelner Pflanzen. Die Aufgabe der Therapeuten ist es, die individuellen Biographien der demenzkranken Senioren und deren vergrabenes Wissen zu erwecken und auf dieser Basis deren Aktivität zu fördern.

Gemeinsame Aktivitäten bzw. der Aufenthalt in der Gemeinschaft im Therapiegarten verbessert bei vielen Demenzpatienten das gesellschaftliche Zugehörigkeitsgefühl und die Kommunikation mit anderen, reduziert Gefühle der Einsamkeit und Isolation und führt zu mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas zu bewirken, stärkt zudem die Identität und regt zur Kreativität an.

Weitere Vorteile gemeinsamer Gartenarbeit im Therapiegarten bestehen in

  • dem bewussten Erleben der Jahreszeiten und der Witterung
  • dem Sinnesreichtum einer natürlichen Umgebung eines Gartens
  • der Versorgung mit natürlichem Licht
  • der erhöhten Sauerstoffaufnahme und verbesserten Durchblutung
  • einer zielgerichteten Beschäftigung, die Erfolgserlebnisse vermittelt
  • einem in Folge der Licht- und Lufteinflüsse verbesserten Schlaf-Wach-Rhythmus bzw. Verminderung von Schlafstörungen
  • einer Reduktion depressiver Verstimmungen sowie jahreszeitlich bedingter affektiver Störungen durch Lichteinfluss und vermehrte Bewegung.

Die Erfolge gartentherapeutischer Ansätze zeigen sich in klinischen Studien auf verschiedenen Ebenen. Generell konnte festgestellt werden, dass sich sowohl das psychische Befinden als auch verhaltenstypische Phänomene wie Rastlosigkeit und agitiertes Verhalten demenzkranker Menschen durch regelmäßige Aufenthalte und Aktivitäten in Therapiegärten verbesserte.

Daniela Hacke, M.A., Carstens-Stiftung

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