Hanf hält Einzug in die Haushalte

Aus der Nutzpflanze lassen sich viele Produkte zum täglichen Gebrauch herstellen

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Kiffen, Drogen und Joint - Begriffe, die bei vielen Menschen als erstes kommen, wenn sie an Hanf denken. Doch tut man der Pflanze damit unrecht. Ärzte dürfen seit etwa zwei Jahren Cannabis als Medizin in besonderen Fällen verschreiben. Seit einiger Zeit rückt auch die Bedeutung des Nutzhanfes als Zutat für viele Alltagsprodukte immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Vielseitiger Rohstoff


Hanf ist ein vielseitiger Rohstoff. Seine Blüten und Blätter eignen sich als Tees oder kosmetische Anwendungen. Die Samen sind Zutat in Aufstrich-Cremes, Pesto-Saucen, Käse oder sogar in Speiseeis. Hanf-Lebensmittel sind für alle Menschen interessant, die auf eine gesunde und bewusste Ernährung achten. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, leicht verdauliche Proteine sowie zahlreiche Vitamine. Genauso wie Produkte zur Körperpflege wie Duschgel, Haarshampoo oder Badesalz mit Hanfanteilen. Nachgefragt ist auch Cannabidiol-Öl (CBD-Öl), das frei verkäuflich ist. Ihm wird unter anderem nachgesagt, entzündungshemmend und leicht schmerzlindernd zu wirken sowie bei Schlafschwierigkeiten helfen zu können. CBD-Öl ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, also ein Stoff, der zur Entspannung beitragen kann, aber weder auf das zentrale Nervensystem wirkt noch einen Rausch auslöst. Einige Hanfarten eignen sich zudem wegen ihrer starken Fasern gut für die Herstellung von Papier, Kleidern und Baumaterial.

Auf die Dosierung kommt es an

Hanfprodukte sind allerdings nicht nur online bestellbar. Bioläden aus diesem Bereich gibt es derzeit unter anderem in München, Rosenheim, Augsburg und Baldham. Die Hanf-Lebensmittel und Produkte zur Körperpflege dürfen frei verkauft werden, weil der THC-Wert unter 0,2 Prozent liegt. Der Stoff THC, kurz für Tetrahydrocannabinol, ist das, was beim Rauschmittelkonsum den Rausch verursacht. Läge er höher, würde auch der Nutzhanf unter die Kategorie Drogen fallen und wäre damit per Gesetz verboten.

Viele Menschen, die sich in der Cannabis-Szene nicht auskennen, sind sich über die korrekten Begrifflichkeiten im Unklaren. Cannabis ist das lateinische Wort für Hanf. In Deutschland wird der Begriff allerdings oft umfassend für Hanfpflanzen und THC-haltige Produkte der Pflanze eingesetzt. Die getrockneten Blüten einer weiblichen Hanfpflanze nennt man Marihuana oder Gras. Sie enthalten viel THC, also den Stoff, der für das Rauschempfinden verantwortlich ist. Haschisch dagegen ist das gesammelte „Harz“ der Hanfpflanze. Es kommt meistens gepresst auf den Markt. Je nach Qualität und Herstellungsmethode schwankt seine Farbe von hellem Graubraun bis zu mattem Schwarz.

(djd)