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Heilpraktikerberuf: Verbände gegen höhere Zugangshürden

Für höhere Zugangshürden zum Heilpraktikerberuf setzt sich ein Petent beim Petitionsausschuss des Bundestages ein. Verbände wehren sich dagegen. Foto: Fotolia


Eine Petition zur Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen für den Heilpraktiker-Beruf hat der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages jetzt mit breiter Mehrheit an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) weitergeleitet und den Fraktionen zur Kenntnis gegeben.

Aus Sicht der Ausschussmehrheit ist die Petition geeignet, „in die laufende Diskussion“ um die geplante Zusammenführung und Modernisierung der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflegeausbildung zu einer generalistischen Pflegeausbildung „einbezogen zu werden“.

In seiner Eingabe an den Ausschuss hatte ein Petent einige höhere Zugangs-
hürden für den Heilpraktiker-Beruf angeregt wie ein Mindestalter, das Abitur, eine dreijährige Ausbildung im Gesundheitsbereich und bestimmte Prüfungsmodalitäten.

Angesichts dieser Forderungen verwies der Ausschuss darauf, dass eine Novellierung des Heilpraktikergesetzes im Sinne des Petenten auch die grundlegende Frage aufwerfen würde, „ob ein weiterer Beruf mit weitgehend dem Arztberuf ähnlichen Kompetenzen gegenwärtig noch erforderlich ist und wie sich ein eventuell neu geregelter Heilpraktikerberuf in das System der bestehenden Heilberufe einfügen könnte“.

Nach Ansicht des Bundesgesundheitsministeriums bedürfen die dargestellten Fragen einer „intensiven, auch öffentlichen Diskussion“, so dass eine kurzfristige Gesetzesänderung nicht zu erwarten sei. Aufgrund verschiedener, auch höchstrichterlicher Urteile zum Heilpraktikergesetz seien Bund und Länder in Gespräche über die Auslegung und Anwendung des Heilpraktikerrechts eingetreten, teilt das Ministerium mit.

Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker hat bereits in Abstimmung mit den Mitgliedern des Dachverbandes Deutscher Heilpraktikerverbände reagiert und Kontakt zum BMG aufgenommen, um hier die Argumente des Berufsstandes einzubringen. Präsident Christian Wilms: „Eine Änderung des Heilpraktikerberufes in seiner jetzigen bewährten Form und Hinführung zu einem ´Gesundheitsfachberuf´ mit Beschneidung der Therapie- und Diagnosefreiheit lehnen wir ab.“

Nun will der Fachverband den Gesetzgeber auf seine Sichtweise hinweisen und die Politik vom Wert des Berufsstandes für das Gesundheitswesen in seiner jetzigen Form überzeugen.

Quellen
Heute im Bundestag: http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_11/2012_498/01.html
Fachverband Deutscher Heilpraktiker e. V.: http://www.heilpraktiker.org/aktuelle-pressemeldungen#paragraph_2008788_news_9798