Herzgesund durch die Lebensmitte

Warum Frauen ab den Wechseljahren besonders auf Herz und Gefäße achten sollten.

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Herzinfarkt und Co. sind kein rein männliches Problem. Tatsächlich sterben sogar mehr Frauen als Männer daran. Allerdings gibt es einen Unterschied, was das Erkrankungsalter betrifft, denn Frauen entwickeln Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose und Bluthochdruck, die dem Herzen schaden, meist erst später. Das hängt auch mit den weiblichen Hormonen, den Östrogenen, zusammen. Vor den Wechseljahren schützen sie die Gefäße, halten sie elastisch und wirken Ablagerungen entgegen. Nach der Menopause und dem Versiegen der Östrogenproduktion steigt das Herz-Kreislauf-Risiko für Frauen dann deutlich an. Die Wechseljahre sind also im wahrsten Sinne des Wortes auch eine Herzenssache.

Die Experten der Deutschen Menopause Gesellschaft e. V. gaben im Rahmen ihrer jüngsten Jahrestagung Empfehlungen, wie Frauen den gesundheitlichen Herausforderungen der Wechseljahre möglichst gut begegnen: Sport gehört unbedingt dazu, denn er reduziert Übergewicht, stärkt das Herz, senkt den Blutdruck und baut Stress ab. Damit trägt er auch zu einer höheren Lebenszufriedenheit bei, die ebenfalls entscheidend für die Gesundheit ist. Stress, Ängste, Beziehungsprobleme und fehlende Perspektiven sollten bearbeitet werden. Nicht zuletzt ist ausreichender Schlaf ein wahrer Gesundbrunnen, da Schlafmangel Arteriosklerose fördert. Falls eine Hormonersatztherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden medizinisch angezeigt ist, können transdermale Östrogene und natürliches Progesteron günstige Begleiteffekte auf das Herz-Kreislauf-System haben, wie Studien belegen. Wichtig ist dabei, dass die Behandlung frühzeitig begonnen wird, das heißt mit unter 60 Jahren und innerhalb von zehn Jahren nach der letzten Regelblutung. Experten raten zu einer Verabreichung des Östrogens transdermal über die Haut, etwa mit einem Dosiergel. Es wird einmal täglich aufgetragen, zieht rasch ein und kann individuell dosiert werden. Transdermal verabreichtes Estradiol belastet im Vergleich zu Tabletten den Leberstoffwechsel nicht. Auch das Thrombose- und Schlaganfallrisiko wird offenbar nicht erhöht.

Bei Frauen mit noch vorhandener Gebärmutter wird zusätzlich ein Gestagen verordnet, bevorzugt natürliches Progesteron. Dieses ist ein bioidentisches Hormon, kommt also in genau derselben Form natürlich im Körper vor. Das bietet Vorteile bei der Verträglichkeit. Günstige Östrogen-Effekte bleiben erhalten und beispielsweise das Thromboserisiko wird offenbar nicht erhöht, was bei einigen synthetischen Gestagenen der Fall sein kann.

Oft leidet in und nach den Wechseljahren die Schlafqualität - was sich schädlich auf die Gefäße auswirken kann. Ursachen sind nächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die den erholsamen Schlummer immer wieder unterbrechen. Entgegenwirken können hier zum Beispiel eine kühle Schlafumgebung, der Verzicht auf Alkohol, Kaffee und schwere Mahlzeiten in den Abendstunden sowie ausreichend Bewegung tagsüber. Auch eine Hormontherapie mit transdermalem Östrogen und natürlichem Progesteron kann den Schlaf positiv beeinflussen, da Östrogen Hitzewallungen lindert und Progesteron schlafanstoßend wirkt.

(djd) Schuster Public Relations & Media Consulting GmbH, Dachau