Mitmachen bei der Woche der Wiederbelebung

Deutschland steht bei der Herzdruckmassage im internationalen Vergleich schlecht dar, nur in etwa einem Drittel der Fälle wird die Maßnahme ausgeführt. Die „Woche der Wiederbelebung" soll Abhilfe schaffen.

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Im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands kann das menschliche Gehirn höchstens fünf Minuten ohne Schaden überleben. Mit der „Woche der Wiederbelebung“ vom 17. bis 23. September 2018 sollen Laienhelfer motiviert werden, bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand Herzdruckmassage auszuführen. Zahlreiche Veranstaltungen sind bundesweit geplant. Initiator ist die „Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI). Schirmherr ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

In der „Woche der Wiederbelebung“ soll verstärkt auf die wenigen einfachen, aber lebenswichtigen Maßnahmen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung aufmerksam gemacht werden, die jeder ausführen kann. Zum Beispiel gehen Rettungsdienst-Mitarbeiter in dieser Woche verstärkt in Schulen und bringen den Schülern Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung bei. Notärzte bieten Bürger an Informationsständen in der Fußgängerzone an, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse zur Wiederbelebung aufzufrischen. Und in den Medien wird verstärkt über die Arbeit von Rettungsdiensten, über Forschung zur Reanimation und über das Schicksal geretteter Menschen berichtet.

Bei der „Woche der Wiederbelebung“ handelt es sich um eine Initiative des „Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten“ (BDA) und der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI) in Kooperation mit dem „German Resuscitation Council“ (GRC) sowie der „Stiftung Deutsche Anästhesiologie“.

Wiederbelebung ist für Laien heute ganz einfach auszuführen. Drei Schritte sind zu beachten: „Prüfen“: Den Patienten ansprechen und behutsam rütteln. „Rufen“: Andere Helfer auf die Situation aufmerksam machen und die Notrufnummer 112 wählen. Und schließlich „drücken“: Den Ballen der einen Hand auf die Mitte des Brustbeins setzen. Den Ballen der anderen Hand darauf legen. Dann 100-mal pro Minute den Brustkorb etwa fünf Zentimeter herunterdrücken. Geschulte Helfer sollen die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durchführen.

Das menschliche Gehirn ist auf Sauerstoff angewiesen. Es drohen Behinderung und Tod. Deshalb ist es entscheidend, bei einem Kollaps dem Patienten direkt zu helfen und bei Bedarf mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Der Laie muss vorher nicht den Puls tasten und muss auch keine Mund-zu-Mund-Beatmung ausführen. Benötigt der Patient keine Herzdruckmassage, wird er sich regen.

Durch Laienreanimation, die Arbeit professioneller Retter und spezialisierte Behandlungen in den Krankenhäusern können heutzutage in Deutschland mehr als 10 % aller Patienten nach einem Herz-Kreislaufstillstand ohne größere Schäden wieder am Leben teilnehmen. Diese Zahl ließe sich aber noch weiter steigern, hätten mehr Menschen mehr Mut und Kenntnisse, die Herzdruckmassage anzuwenden.

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)

Weitere Informationen unter www.einlebenretten.de und unter erste-hilfe-ratgeber.de