Nasenspray-Entwöhnung – so klappt’s

Sachgemäßer Gebrauch macht nicht abhängig

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Klassische Nasensprays und Nasentropfen kommen bei schnupfenbedingten Entzündungen und Schwellungen der Nasenschleimhaut zum Einsatz. Bei kurzfristiger Anwendung sind grundsätzlich keine Nebenwirkungen zu befürchten. Bei längerem Gebrauch tritt jedoch möglicherweise ein Gewöhnungseffekt ein. Wer ohne Spray nicht mehr frei atmen kann, sollte sich langsam davon entwöhnen.

Darauf weist das HNOnet, ein Zusammenschluss der HNO-Ärzte in Nordrhein-Westfalen, hin. In der Regel enthalten Nasensprays gefäßverengende Wirkstoffe, die zum Abschwellen der Nasenschleimhaut führen, den ungehinderten Abfluss des Nasensekrets ermöglichen und so eine verstopfte Nase wieder frei machen. Auch entzündungshemmende Substanzen kommen oft als Inhaltsstoff vor, da sie die Sekretbildung vermindern und so ebenfalls die Nasenatmung verbessern.

„Einige Präparate enthalten zudem eine wundheilungsfördernde Komponente, die den Heilungsprozess der strapazierten Schleimhäute unterstützt“, erklärt HNO-Arzt Dr. Uso Walter, Vorsitzender des HNOnet NRW. Es gibt jedoch auch Nasensprays, die lediglich aus Meer- oder Salzwasser bestehen. Sie dienen zur Befeuchtung der Schleimhaut sowie Verflüssigung des Sekrets und haben nur eine sehr geringe abschwellende Wirkung. Bei der Anwendung von Nasenspray gilt: Nicht zu lange und nicht zu häufig. Nasensprays, die die Schleimhaut nur befeuchten, dürfen zwar mehrmals täglich angewendet werden, solche mit abschwellender Wirkung jedoch nur alle acht Stunden. Entgegen landläufiger Meinung macht Nasenspray bei sachgemäßer Anwendung nicht abhängig. „Aber es kommt auf die Anwendungsdauer an, die eine Woche nicht überschreiten sollte“, unterstreicht Dr. Walter. „Als Dauermedikation führt der Gebrauch von Nasenspray schnell zur Abhängigkeit: die Nase verlernt ihre Regulationsfähigkeit und schwillt nicht mehr von alleine ab.“

Mit folgender Anleitung gelingt der Entzug:

·        Kaufen Sie sich ein Nasenspray, bei dem Sie den Deckel abschrauben können und füllen Sie ihr bisheriges, abschwellendes Nasenspray um.

·        Kaufen Sie sich ein antiallergisches Nasenspray.

·        Nehmen sie morgens und abends das antiallergische Nasenspray, und ihr bisheriges abschwellendes Nasenspray so wie bisher nach Bedarf.

·        Sobald das abschwellende Nasenspray halb leer ist, füllen Sie es mit Salzwasser auf. Dazu mischen Sie vorher einen Liter Wasser aus dem Wasserhahn mit einem Esslöffel Kochsalz aus der Küche.

·        Immer, wenn das abschwellende Nasenspray wieder halb leer ist wiederholen Sie Schritt 4

·        Wenn das antiallergische Nasenspray leer ist, lassen Sie es weg.

·         Nach ca. 3 Wochen nehmen Sie durch die Verdünnung nur noch Salzwasser-Nasenspray und haben den Entzug geschafft.

Pressemitteilung HNOnet

Weitere Informationen unter www.hnonet-nrw.de