Reizdarm macht depressiv

Laut einer Analyse mehrerer Studien haben Patienten mit Reizdarmsyndrom ein etwa 9-mal so hohes Risiko für depressive Symptome wie gesunde Personen.

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Australien führten eine Meta-Analyse durch, in der sie untersuchten, ob sich die Häufigkeit und der Schweregrad von depressiven Symptomen zwischen Reizdarmsyndrom-Patienten und gesunden Personen unterscheidet.

Dafür suchten die Wissenschaftler in internationalen Datenbanken nach Studien, in denen depressive Symptome von Patienten mit Reizdarmsyndrom mit denen von gesunden Personen verglichen wurden. Sie fanden 24 geeignet Studien, die insgesamt die Daten von 1775 Reizdarmsyndrom-Patienten und 1062 gesunde Kontrollpersonen beinhalteten. 14 der 24 Studien (58,3 %) wurde eine hohe Qualität zugesprochen.

Im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen litten Patienten mit Reizdarmsyndrom häufiger unter depressiven Symptomen (OR = 9,21, 95 % CI 4,56–18,57, p < 0,001). Außerdem waren die depressiven Symptome stärker ausgeprägt, wenn die Personen von dem Reizdarmsyndrom betroffen waren. Das galt für Patienten mit jedem Reizdarm-Subtyp. Risikofaktoren für schwerere depressive Symptome waren ein junges Alter und das weibliche Geschlecht.

Patienten mit Reizdarmsyndrom waren somit häufiger von depressiven Symptomen betroffen als die gesunden Kontrollpersonen und diese waren zudem bei Reizdarmsyndrom-Patienten schwerer. Patienten mit Reizdarmsyndrom sollten daher auf Depressionen untersucht und gegebenenfalls entsprechend behandelt werden.

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Original Titel: Depressive symptoms in patients with irritable bowel syndrome: a meta-analysis of comparative studies

Referenzen: Zhang QE, Wang F, Qin G, Zheng W, Ng CH, Ungvari GS, Yuan Z, Mei S, Wang G, Xiang YT. Depressive symptoms in patients with irritable bowel syndrome: a meta-analysis of comparative studies. Int J Biol Sci. 2018 Aug 15;14(11):1504-1512. doi: 10.7150/ijbs.25001. eCollection 2018. free