Wundermittel aus dem Bienenstock

Durch seine antibakterielle Wirkung ist Honig in der Dermatologie von großem Interesse: auch bei der Therapie von Psoriasis soll er helfen

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Honig ist seit Menschengedenken ein Arzneimittel mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Was zunächst für kosmetische Zwecke auf die Haut aufgetragen wurde, fand alsbald Eingang in arzneilich wirksame Salben, Cremes und Lotionen. Medizinisch nutzt man vor allem seine bakterizide und wundheilende Wirkung. Er tötet selbst multiresistente Krankenhauskeime wie MRSA zuverlässig ab. Zudem hilft er bei der Versorgung chronischer Wunden, die mit zunehmendem Altersdurchschnitt der Patienten immer wichtiger werden.

Biologisch aktive Komponenten des Honigs sind Glukose und Fruktose, Aminosäuren und Proteine sowie Vitamine, Flavonoide, Gerbstoffe und Wasserstoffperoxid. Sie machen Honig bakterizid, antioxidativ und entzündungshemmend – Eigenschaften, denen man einen positiven Effekt auf die Hautgesundheit nachsagt.

In der Dermatologie sind zwei Arten von Honig von besonderem Interesse: Manuka-Honig und medizinischer Honig. Bei Ersterem handelt es sich um eine spezielle Honigsorte, welche sich gegenüber konventionellem Honig durch einen bis zu 100-fach höheren Gehalt an bakterizidem Methylglyoxal (MGO) auszeichnet. Medizinischen Honig sterilisiert man durch Gammastrahlen, sodass keine aktiven Keime die Anwendung stören. Manuka-Honig wie auch medizinischen Honig setzen Heilpraktiker und Naturheilkundler häufig bei Schuppenflechte (Psoriasis) ein. Durch eine Autoimmunreaktion teilen sich die Hautzellen schneller und wandern in einem Bruchteil der normalen Zeit zur Hautoberfläche. Dort bilden sie wachsartige, große Hautschuppen, die man vor allem an den Streckseiten der Gelenke, an Handinnenflächen, Fußsohlen sowie Nägeln und Kopfhaut findet. Darunter ist die Unterhaut durch chronische Entzündungsreaktionen gerötet.

Leider gibt es bisher erst eine einzige klinische Studie, die die Wirksamkeit der Honigbehandlung bei Schuppenflechte wissenschaftlich belegt. Es ist noch viel Arbeit notwendig, um die ermutigenden Behandlungserfolge aus der naturheilkundlichen Praxis weiter zu untermauern. Allerdings gibt es bei anderen Krankheitsbildern und der Behandlung mit Manuka-Honig hoffnungsvolle Studien, Bienen.info berichtete darüber

Der Text ist eine Recherche von Bienen.info. Die Seite veröffentlicht wissenschaftlich korrekte Texte aus der Welt der Bienen.