Curry und Fisch gegen Migräne

Omega-3-Fettsäuren und Curcumin bekämpfen die Ursachen der Migräne, besonders in Kombination miteinander.

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Migräne ist eine Erkrankung mit entzündlichen Prozessen an Nerven und Nervenzellen. Der TNF, kurz für Tumornekrosefaktor, ein Signalstoff des körpereigenen Abwehrsystems, spielt mit seinen zahlreichen regulierenden Funktionen auch bei den Entzündungen bei der Migräne eine Rolle, wie verschiedene Studien bereits zeigen konnten. Neben akut wirkenden Medikamenten und medikamentösen Prophylaxen stehen also bei der Migräne auch generell Wirkstoffe im Fokus, die entzündliche Prozesse abschwächen können.

Eine solche Substanz ist das Curcumin, das im Gewürz Kurkuma vorkommt und auch in der Gewürzmischung Curry enthalten ist. Die Wirksamkeit von Curcumin bei entzündlichen Erkrankungen der Gelenke oder auch des Darms ist schon seit langer Zeit bekannt und auch neure Studien bestätigen sie. Auch Omega-3-Fettsäuren, beispielsweise aus Meeresfischen oder Leinsamen gewonnen, werden bei Depressionen, Asthma oder Arthritis zunehmend als ernstzunehmende Wirkstoffe wahrgenommen.

Beide Substanzen gelten als nervenzellschützend (neuroprotektiv) und entzündungshemmend. Ihre Wirkung erreichen sie mittels verschiedener Mechanismen, darunter auch einer Hemmung der körpereigenen Produktion von TNF. Die Konzentration dieses Aufwieglers unter den Signalstoffen soll also mit Hilfe von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren gesenkt werden.

Forscher der Tehran University of Medical Sciences fanden bei ihren Untersuchungen zu den Effekten von Curcumin und Omega 3 Fettsäuren auf die Häufigkeit von Migräneattacken heraus, dass eine Kombination von beidem die Herstellung von TNF im Körper deutlich senkte. Diese Wirkung war stärker, als sie sich aufgrund der Wirkung von Curcumin und Fettsäuren allein hätte erwarten lassen. Die beiden Substanzen wirkten also stärker gemeinsam, mit einem sogenannten Synergie-Effekt. Die Blutkonzentration von TNF war nach Einnahme der einzelnen Wirkstoffe sogar unverändert im Vergleich zum Vorbehandlungsmesspunkt. Auch die Attackenhäufigkeit wurde mit der Kombination der Wirkstoffe messbar reduziert. Zwar sollten nun weitere Studien diesen Effekt überprüfen, jedoch deutet das Ergebnis dieser noch sehr kurzen Studie auf eine vielversprechende mögliche Ergänzungstherapie zur Behandlung von Migräne.

Wenn man nun als Patient nicht auf neue Wirkstoffe warten möchte und auch eher der Tablettenform von Kurkumin und Fischöl abgeneigt ist, bleibt die Aufnahme mit der Nahrung. Gerichte wie indisches Fischcurry, persischer Reis mit gegrillter Makrele oder alternativ süßer Joghurt nach Chai-Art mit einer Zugabe von Leinöl bieten sich hierfür an.

Beilit-Kurzfassungen

DeutschesGesundheitsPortal Abdolahi M, Tafakhori A, Togha M, et al. The synergistic effects of ?-3 fatty acids and nano-curcumin supplementation on tumor necrosis factor (TNF)-? gene expression and serum level in migraine patients. Immunogenetics. 2017;69(6):371-378. doi:10.1007/s00251-017-0992-8.