Illegale Praktiken zur Rotfärbung von Thunfisch aufgedeckt

Europa ergreift Maßnahmen gegen Lebensmittelbetrug bei Thunfisch.

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Bei der diesjährigen von Europol und INTERPOL koordinierten Operation OPSON VII wurden in Deutschland 15 Betrugsfälle illegal gefärbten Thunfischs festgestellt. Dies teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit. In zehn weiteren europäischen Staaten wurden Betrugsfälle aufgedeckt. Von deutscher Seite beteiligten sich neben den Lebensmittelbehörden von Bund und Ländern auch der Zoll und das Bundeskriminalamt an der Operation.

Bei der Schwerpunktaktion untersuchten die Lebensmittelüberwachungsbehörden in Deutschland bei 205 Kontrollen 155 Tonnen frischen und gefrorenen Thunfisch auf illegale Färbung. Hierzu wurden unter anderem an den Grenzzollstellen in Hamburg und am Frankfurter Flughafen 242 Kontrollen durchgeführt. Der Zoll und die Lebensmittelüberwachung arbeiteten dabei eng zusammen und konnten in 15 Fällen irreführende Praktiken nachgewiesen werden, die von illegaler Behandlung des Thunfischs mit Kohlenmonoxid und Nitrat bzw. Nitrit über erhöhte Konzentrationen an Ascorbinsäure bis hin zu undeklarierten Inhaltsstoffen reichten.

Lebensmittelbetrug bei Thunfisch ist ein bekanntes, jedoch sehr schwer zu durchdringendes Phänomen. Die Methoden zur Manipulation sind vielfältig und erfordern zum Teil ein ausgereiftes lebensmitteltechnologisches Wissen. Die ursprüngliche Farbe von Thunfischfleisch ist rot. Während der Alterung nach dem Fang verliert das Fleisch seine Rotfärbung und wird braungrau. Durch illegale Zusätze oder Behandlungen kann die rote Farbe jedoch stabilisiert werden. So gelingt es, dem Thunfischfleisch eine dauerhafte rote Färbung zu geben. Dem Verbraucher wird eine unter Umständen nicht mehr vorhandene Frische vorgetäuscht. Zur Gesundheitsgefahr kann dies werden, wenn das ältere Fischfleisch hohe Mengen an Histamin aufweist. Aufgrund der Rotfärbung kann das ältere Fleisch nicht als solches identifiziert werden.

(idw) Nina Banspach Pressestelle

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)