Kerngesund mit Grund

Rückenfreundliche Sportarten im Freien

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Sportmediziner und Neurochirurg Dr. Michael Eichler, Leiter des Wirbelsäulenzentrums Fulda|Main|Kinzig, stellt Sportarten vor, mit denen sich sowohl die Rückenmuskulatur stärken als auch Frischluft tanken lässt. Denn grundsätzlich gilt: Bewegung beugt einem Großteil aller Beschwerden an der Wirbelsäule vor.

Zu den vermutlich rückenfreundlichsten Sportarten gehört Joggen. Denn hierbei werden die Bandscheiben zusammengedrückt und ziehen sich wieder auseinander. Dadurch saugt sich das Gewebe mit wichtigen Nährstoffen voll und gibt unnötige ab, was es langfristig vital und voluminös hält. Daneben aktiviert das Laufen auch den oberen wie unteren Rücken. Denn beim abwechselnden Auftreten der Füße und beim Mitschwingen der Arme sowie Schultern drehen sich die Brustwirbel- und Lendenwirbelsäule regelmäßig hin und her. Wichtig ist dabei auf weichem Untergrund zu laufen – harter Boden oder falsches Schuhwerk können der Wirbelsäule sogar schaden.

Als eine äußerst fordernde Version des Laufens gilt das Nordic Walking. Im Vergleich zum Joggen kräftigen die dynamischen Bewegungen der Arme und Beine die Rumpfmuskulatur. Durch den Einsatz von Laufstöcken fällt die Belastung auf die Gelenke geringer aus und eine optimale Bewegung der Arme wird gewährleistet. Gerade bei Menschen, die im Alltag viel sitzen und sich wenig bewegen, lohnt sich diese sanfte Art des schnellen Spazierens. In der idealen Form des Nordic Walkings steht der Aspekt der Ganzkörperbelastung im Vordergrund, denn nur wirklich belastete Muskulatur erzielt einen Trainingseffekt.

Radsport eignet sich besonders gut für die Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur. Diese hilft dabei, die Wirbelsäule im Becken zu verankern. Dadurch können Probleme im Bereich des Iliosakralgelenks wirkungsvoll behandelt werden. Fahrer sollten allerdings unbedingt darauf achten, dass der Rücken eine aufrechte, nur leicht nach vorn geneigte Haltung einnimmt. Optimalerweise ist der Lenker etwa 20 Zentimeter höher als die Oberkante des Sattels. Zusätzlich schont das „Radeln“ auch die Gelenke. Denn das Körpergewicht lastet hier nicht direkt auf den Knien, sondern auf dem Sitz.

Klettern an speziell präparierten Wänden, beispielsweise im Wald, stärkt insbesondere die Rücken-, aber auch Arm- und Schultermuskulatur. Außerdem streckt sich hierbei der komplette Körper, sodass sich dadurch oftmals Verspannungen lösen.

Mit der richtigen Technik sorgt Schwimmen für eine Stärkung der gesamten Rumpfmuskulatur. Insbesondere bei Übergewicht und chronischen Wirbelsäulenerkrankungen raten Experten zu regelmäßigem Brust- oder Rückenkraulen, um den Gelenkstress nicht unnötig zu erhöhen. Denn anders als bei vielen anderen Bewegungsarten beschränkt sich die Belastung der Gelenke auf ein Minimum, da das Wasser einen Großteil des Körpergewichts trägt.

Wirbelsäulenzentrum Fulda|Main|Kinzig

Weitere Informationen unter www.neuro-chirurgie.de