Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen

In den letzten Jahrzehnten richteten ständig wachsende Populationen von Wildschweinen immer größere landwirtschaftliche Schäden an, woraufhin Entschädigungen in Höhe von hunderttausenden Euro gezahlt werden mussten.

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Anneleen Rutten, Doktorandin der Universität von Antwerpen und des Brüsseler Forschungsinstituts für Natur und Wald (INBO) verwendet eine handelsübliche Drohne um Luftaufnahmen von umgegrabenen Feldern zu machen, die dann mit einem Algorithmus analysiert werden der Flächen mit Schäden erkennt. Wachsende Zahlen von Wildschweinen (Sus scrofa L.) wurden mit höheren Schäden an Feldfrüchten, gesteigerten Übertragungsraten von Krankheiten und einer steigenden Anzahl von Autounfällen in Verbindung gebracht. In Flandern waren Wildschweine fast 50 Jahre lang ausgestorben, bevor sie 2006 zurückkehrten. Auf Jagdstrecken basierende Schätzungen zeigen eine wachsende Population deren Verbreitungsgebiet sich weiterhin ausdehnt, von der östlichen Provinz Limburg in Richtung Antwerpen und Flämisch-Brabant in die Mitte der Flämischen Region.

Die Struktur der flämischen Landschaft hat sich in den Jahren der Abwesenheit der Wildschweine geändert, sie ist nun ein dichtes Mosaik aus Landwirtschaft, natürlichen und städtischen Flächen. Daher kam es in den letzten Jahren zu zahlreichen Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren. “Ich möchte einen ersten Einblick in die Ausmaße der durch Wildschweine in Flandern verursachten Schäden bekommen, denn anders als in benachbarten Regionen und Ländern werden diese Schäden bisher nicht erfasst, und es ist nicht bekannt wie groß der finanzielle Schaden für die Landwirtschaftsbranche ist“ sagt Anneleen Rutten.

Traditionell werden Wildschäden von speziell ausgebildeten Experten geschätzt, die die betroffenen Flächen im Feld ausmessen. „Fliegen und Aufnahmen von zerstörten Feldern zu machen dauert nicht so lange wie eine Untersuchung am Boden, wodurch die Methode kostengünstig wird“ fügt Rutten hinzu. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Methode standardisiert ist, wodurch direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Feldern und zu unterschiedlichen Zeiten möglich sind.

(idw) Juliane Röder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gesellschaft für Ökologie e.V.