Stimmen für die Bienen

Im Rahmen einer Aktion übergeben BUND-Aktivisten im Mai rund 180.000 Unterschriften zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern an das Bundesumweltministerium.

© Jörg Farys / BUND


„Der anhaltende Insektenschwund hat dramatische Ausmaße angenommen. Es ist höchste Zeit zum Handeln“, sagt Olaf Bandt, Bundesgeschäftsführer für Politik und Kommunikation beim BUND anlässlich der Unterschriftenübergabe. So schrumpft die artenreichste Tiergruppe sowohl bei den Arten als auch bei den Tieren pro Art. Um 75 % nahm die Biomasse der Insekten in den letzten 27 Jahren ab. „Wir fordern von der Bundesregierung weitreichende, effektive und sofortige Maßnahmen für die Bienen und alle Insekten. So ist über die Hälfte der heimischen Wildbienen in ihrem Bestand gefährdet. Gerade für den Menschen ist der Schutz der kleinen Bestäuber überlebenswichtig. Zwei Drittel unserer Nahrungsmittel sind auf Bestäubung durch zum Beispiel Bienen angewiesen“, so Bandt weiter.

„Besonders in intensiven Agrarlandschaften ist die Artenvielfalt durch Monokulturen, Pestizideinsatz und den Verlust von Lebensräumen in einem großen Maße zurückgegangen. Dabei ist gerade die Landwirtschaft auf Bestäuber angewiesen“, sagt der BUND-Geschäftsführer. Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der kleinen Lebewesen sind: deutliche Reduktion der Pestizidmenge, Verbot von bienengefährlichen Wirkstoffen wie Neonikotinoide und von Ackergiften wie Glyphosat, Schutz und Schaffung wichtiger Lebensräume wie Blühwiesen, Feldraine, Hecken und Streuobstwiesen. Außerdem muss das Zulassungssystem für Pestizide grundlegend reformiert werden. Kombinationseffekte und Langzeitwirkung von Pestiziden werden momentan bei der Zulassung fast gar nicht berücksichtigt.

And der Unterschriften-Aktion, die bereits im April 2017 startete, haben mehr als 180.000 Menschen haben teilgenommen, die von der Regierung verlangen, endlich unsere Insekten zu schützen. Über 63.000 Menschen fordern in einem weiteren Protestschreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel einen schnellen nationalen Ausstieg aus dem Einsatz von Glyphosat. „Wir freuen uns über das große Interesse der Bevölkerung am Schutz unserer Insekten“, sagt Bandt. „Das ist ein klares Signal an die Politik, im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu handeln.“

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

Weitere Informationen unter www.bund.net/bienenaktionsplan