Zahl freilebender Berggorillas steigt

Die neueste Zählung der vom Aussterben bedrohten Berggorillas erfasste mehr als 1000 Tiere

Grund zur Freude: Die Zahl weltweit freilebender Berggorillas stieg auf mehr als 1.000 Tiere an. © Martha Robbins


Die jüngste Zählung der vom Aussterben bedrohten Berggorillas (Gorilla beringei beringei) im Gebiet um die Virunga-Vulkane ergab eine Zahl von mindestens 604 Individuen. Zusammen mit den 400 Tieren der einzigen anderen Population, die im Bwindi Impenetrable National Park in Uganda beheimatet ist, steigt damit die Gesamtzahl weltweit freilebender Berggorillas auf mehr als 1.000 Tiere. Der Zensus war ein Gemeinschaftsprojekt der Naturschutzbehörden dreier afrikanischer Länder, in denen Berggorillas leben, mehrerer nicht staatlicher Naturschutzorganisationen sowie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

 „Dies ist eine der seltenen Erfolgsgeschichten im Naturschutz: Die Population der Berggorillas im Virunga-Vulkan-Gebiet hat sich in den letzten drei Jahrzehnten trotz intensiver Gefährdung durch Wilderei, Habitatverschlechterung und Bürgerkrieg mehr als verdoppelt”, sagt Martha Robbins, Wissenschaftlerin und Gorilla-Expertin am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. „Dieser Anstieg ist ein Beispiel für die engagierten Bemühungen der Regierungen von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo – und dabei insbesondere auch für die harte Arbeit des Parkpersonals vor Ort, diese vom Aussterben bedrohten Menschenaffen zu schützen. Der Anstieg zeigt auch, dass aufwändige Schutzbemühungen, einschließlich Tourismus, Veterinärarbeit und Gemeinschaftsprojekten, tatsächlich einen positiven Einfluss auf das Überleben unserer nächsten lebenden Verwandten haben können.”

Bei der letzten Zählung im Jahre 2010 wurde die Berggorilla-Population im Gebiet um die Virunga-Vulkane auf wenigstens 480 Tiere geschätzt. Den aktuellen Zahlen zufolge hat die Berggorilla-Population über einen Zeitraum von sechs Jahren hinweg also um 26 % zugenommen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 3,8 % entspricht. Diesen Anstieg führen die Forscher teilweise auf verbesserte Methoden zurück, die beim aktuellen Zensus angewendet wurden, aber auch auf ein tatsächliches Populationswachstum. Die nun registrierten 604 Gorillas gehörten 41 verschiedenen Gruppen an. Bei 14 Tieren handelte es sich um einzelne Männchen.

(idw) Sandra Jacob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie