Zu viel Sonne kann ins Auge gehen

Worauf es bei einer Sonnenbrille ankommt

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Was für die Haut gilt, gilt auch für die Augen - sie brauchen Schutz vor zu viel Sonnenlicht. Durch zu starke ultraviolette (UV-) Strahlung, die das Auge ungeschützt trifft, können Linse und Netzhaut dauerhaft geschädigt werden. Mögliche Folgen reichen von einer Linseneintrübung bis hin zur Erblindung. Getönte Gläser allein reichen da nicht aus – im Gegenteil: "Dunkle Brillen ohne ausreichenden UV-Schutz sind sogar gefährlich, denn sie verursachen eine Vergrößerung der Pupille, sodass dann eine besonders intensive Strahlung die Netzhaut erreicht", sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband.

Unverzichtbar ist die Markierung "CE" und die Aufschrift "EN 1836:1997" auf dem Glas oder am Brillenbügel: Daran erkennt man, dass die Sonnenbrille den EU-weit gültigen Qualitätsstandards für den Sonnenschutz entspricht. Augenärzte empfehlen Gläser, die alle UV-Wellen bis zu 400 Nanometer blockieren, denn bis zu dieser Grenze ist UV-Strahlung gefährlich (UV-400-Schutz). "Ein UV-Schutz von mehr als 400 empfiehlt sich besonders für Personen, die zum Beispiel unter grauem Star leiden, Netzhautprobleme haben oder bereits eine Augen-OP hatten", rät Ebel. Solche Gläser sind meist teurer. In manchen Ländern wie beispielsweise in Australien und Neuseeland ist der UV-400-Schutz der vorgeschriebene Mindeststandard.

Doch auch das CE-Zeichen allein ist nicht immer aussagekräftig, da es nach Angaben von Stiftung Warentest nicht von unabhängiger Seite geprüft wird. Ebenso die Angabe UV 400, die nur vom Hersteller stammt und ungeprüft ist. Wer also unsicher wegen der Qualität seiner Sonnenbrille ist, sollte vom Optiker überprüfen lassen, ob sie ausreichenden UV-Schutz bietet. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Tönung der Brillengläser. Die Kategorien reichen von 0 (leichter Blendschutz für den Abend) bis zu 4 (für Alpin- und Wassersport). Sie sind in der Regel auf einem Etikett an der Brille oder am Brillenbügel vermerkt. Für hiesige Gefilde bietet Kategorie 2 (57 - 82 % Tönung) einen guten Schutz. Wer in den Süden fliegt, sollte Kategorie 3 wählen (82 - 92 % Tönung).

Viele Menschen setzen ihre Sonnenbrille jedoch erst auf, wenn die Sonne blendet. Doch schon vorher können Augen Schaden nehmen. Geblendet zu sein, hat mit dem sichtbarem Licht zu tun. UV-Strahlen sind unsichtbar und können das Auge schädigen, ohne dass es bemerkt wird. Daher gilt: Wenn die Sonne scheint, sollte sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern eine Sonnenbrille getragen werden und zwar am besten zu jeder Jahreszeit. Vor allem Kinderaugen sind für die Folgen starker UV-Belastungen anfällig, da sie viel weitere Pupillen haben und ihre Augenlinsen transparenter sind als die von Erwachsenen.

Pressemitteilung AOK